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Busfahrermangel nicht nur im Landkreis ein Problem - Bundesregierung muss handeln

Berlin/Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Busunternehmen im Landkreis suchen dringend Personal (Bericht des Geretsrieder Merkur vom 06.02.2018). Nicht nur hier fehlen Busfahrerinnen und -fahrer. Es handelt sich laut Andreas Wagner, Sprecher für ÖPNV und Fahrradmobilität der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, um ein bundesweites Problem. Er sieht die Bundesregierung in der Pflicht, dem Busfahrermangel entgegenzusteuern.

„Fast alle Parteien sind sich darin einig, dass ein verlässlicher, attraktiver und günstiger Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) wichtig ist. Unstrittig ist auch, dass hierfür Personal benötigt wird. Mit Lippenbekenntnissen ist es jedoch nicht getan“, so Wagner. Wagner weiter: „Der Mangel an Busfahrerinnen und Busfahrern zeigt, dass viel stärker als bisher in Ausbildung von Fahrpersonal, gute Löhne und attraktive Arbeitsbedingungen investiert werden muss.“

Da Kommunen und Länder diese Aufgabe nicht alleine stemmen können, sieht Wagner den Bund in der Pflicht und fordert ein „groß angelegtes Förderprogramm für den ÖPNV“. Wagner: „Wir müssen alle ein Interesse daran haben, dass es nicht zu Busausfällen kommt, weil das Personal fehlt. Wer Bus und Bahn fährt, darf Verlässlichkeit erwarten.“ Hinzu komme, dass Klimaschutz und eine Reduzierung der Schadstoffbelastung in den Städten sich nur mit dem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel erreichen lasse. Auch hierfür wird Personal benötigt.

Hinsichtlich der Finanzierung des ÖPNV fordert Wagner ein generelles Umdenken: „Es ist ein Irrsinn „Schwarzfahren“ zusätzlich zum „erhöhten Beförderungsentgelt“ noch strafrechtlich zu sanktionieren, was mit hohen Kosten verbunden ist, anstatt mit dem Geld etwa die Kosten für einen Busführerschein zu übernehmen.“ Ziel der Partei DIE LINKE. ist ein fahrscheinloser Nahverkehr, der über eine ÖPNV-Abgabe finanziert wird. „Fahrkartenautomaten und ein Kämpfen durch den Tarifdschungel würden dann der Vergangenheit angehören. Und frei werdende finanziellen Mittel könnten für mehr Personal und gute Arbeitsbedingungen investiert werden – um die Attraktivität des Berufs der Busfahrerin und des Busfahrers zu erhöhen“, so Wagner.